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SOS-Berufsausbildungszentrum in Nairobi

Zwei junge Kenianerinnen erobern nach ihrer Ausbildung zur Elektrikerin im SOS-Berufsbildungszentrum in Nairobi eine Männerdomäne

Ehrgeizig und sehr geschickt

Esther und Benter sind Exoten. Wenn die beiden 22-jährigen Kenianerinnen im wüsten Kabelsalat vertieft, die Lampe vor sich zum Leuchten bringen, geht manch einem ihrer männlichen Kollegen ein Licht auf. Denn „in Kenia ist es schon untypisch für Mädchen solche Jobs zu machen“, erzählt Esther. „Aber wir sind selten, das ist ein großer Vorteil“, ergänzt sie grinsend.

Die zwei sind nicht nur eine Rarität, sondern auch richtig gut! „Als Elektrikerinnen machen sich die beiden Mädels besser als die meisten Jungs hier. Sie sind ehrgeizig und geschickt“, sagt der Direktor des SOS-Ausbildungszentrums in Nairobi, Gabriel Maina.

Die beiden kommen ebenso wie viele der anderen 200 Lehrlinge von weit her für die Ausbildung zu ihrem Traumberuf. Diese wird von den Eltern und einem SOS-Stipendium finanziert. In ihrer Heimatstadt Kitui, 180 Kilometer von Nairobi entfernt, sahen Esthers und Benters Perspektiven düster aus. Mit dem Gesellenbrief des SOS-Zentrums in der Tasche sind ihre Jobchancen hingegen ausgezeichnet. „Die meisten unserer Absolventen haben schon einen Job, bevor sie überhaupt ihr Zeugnis in der Hand halten“, berichtet Direktor Maina stolz. Gute Aussichten also für die zwei Power-Frauen.

SOS-Ausbildungszentrum in BuruBuru

Neben der Ausbildung zum Elektriker und Mechaniker bietet das SOS-Ausbildungszentrums BuruBuru zudem noch die Möglichkeit, sich zum Tischler, Schreiner, Schneider, Designer, in der Metallverarbeitung, Gastronomie, Hauswirtschaft oder Lebensmittelverarbeitung ausbilden zu lassen. So gut wie alle Jugendlichen können nach der dreijährigen Ausbildung eines der anerkannten Diplome mit nach Hause nehmen - im Durchschnitt bestehen zwischen 95 und 100 Prozent der Lehrlinge ihre Prüfung.

Um sie noch besser auf das Berufsleben vorbereiten zu können, bilden sich auch die Lehrer und Dozenten des SOS-Berufsbildungszentrums BuruBuru, das es seit 1985 gibt,  selbst kontinuierlich fort. Denn eine fundierte Berufsausbildung ist die beste Starthilfe in ein eigenständiges Leben für Jugendliche - und zugleich ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort.

Der eigene Traumberuf

Esther und Benter haben zwar in einem frauenuntypischen Beruf Erfolg, aber bei den Auszubildenden für Fashion und Design schauen die Mädchen natürlich trotzdem gerne mal vorbei, wenn diese ihre regelmäßigen Modenschauen veranstalten und tolle Kleidung präsentieren. Doch von ihren Kabeln und elektronischen Geräten sind sie einfach am meisten fasziniert. So kann jeder Auszubildende in BuruBuru seinen persönlichen Traumberuf erlernen.

Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel
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Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel
Foto: Katharina Ebel