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Dorothea Tuch

Den Blick in die Zukunft wagen

02.11.2018

Im nächsten Jahr feiert die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ihren 25. Geburtstag. Doch statt in Erinnerungen zu schwelgen, blickt die Bildungsstiftung in die Zukunft. Mit der Initiative 25next.  

Was muss Bildung heute leisten, damit junge Menschen auch in 25 Jahren ein gutes Leben führen können? Diese Frage stellt sich die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung zu ihrem eigenen 25. Geburtstag im nächsten Jahr. Die Zukunftsinitiative 25next will Antworten auf diese Fragen finden und Anstöße geben, damit die nötigen Veränderungen im Bildungssystem gelingen können.

Startschuss im Schloss Bellevue

Zum Auftakt der Initiative holten sich rund 130 Anwesende Bildungsmacherinnen und Bildungsmacher Inspirationen von Zukunfts- und Trendforscherinnen. Am 3. Juli hatte Elke Büdenbender, Schirmherrin der DKJS und Gattin des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, im Namen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ins Schloss Bellevue eingeladen – zum Zukunftstag, dem Kick-Off für 25next.

Dort gaben sich fünf Zukunftsexpertinnen und Zukunftsexperten das Mikrophon in die Hand: In zehnminütigen Impulsen schufen sie auf der Bühne Zukunftsvisionen, die das Publikum zum Nachdenken brachten. So erläuterte Dr. Florina Speth, dass Kinder, die in diesen Tagen geboren werden, eine statistische Lebenserwartung von 100 Jahren haben. Wie werden sie ihren 100. Geburtstag feiern? Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro Wien brachte Erkenntnisse aus der Forschung über die Urbanisierung mit. Er forderte von den ländlichen Räumen mehr Kreativität, damit sie nicht gegenüber den erstarkenden Städten zurückblieben. Trendforscherin Birgit Gebhardt zeichnete in ihrem Vortrag ein neues Bild von Arbeit. Sie plädierte dafür, nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte der Digitalisierung in den Blick zu nehmen, sondern sich auch die Möglichkeiten anzuschauen, die Digitalisierung für zwischenmenschliche Vernetzung und dezentrales Arbeiten hat. Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin des WBGU, sprach sich dafür aus, die Zukunft gemeinsam zu gestalten, allen Verschiedenheiten innerhalb der Gesellschaft zum Trotz. Man müsse allerdings auch aushalten können, dass es Unsicherheiten geben wird. Zuletzt warf Hanno Burmester vom Progressiven Zentrum Berlin noch einen Blick auf unser Verständnis von Demokratie. Was muss sich und was wird sich in Zukunft ändern? Auch er zeichnete eine positive Zukunftsvision – wenn sich die Gesellschaft gemeinsam auf einen Wunsch für diese Zeit einigen kann. Wie wollen wir in Zukunft leben, lautete seine zentrale Frage?

 

 

Dorothea Tuch
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Sieben verschiedene Zukunftsentwürfe

Inspiriert von den Eindrücken des Zukunftstages haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DKJS in den letzten Wochen in einem umfangreichen Beteiligungsprozess mit ihren eigenen Vorstellungen von der Zukunft auseinandergesetzt. Was bedeutet gutes Leben im Jahr 2044, wenn die Stiftung 50 Jahre alt wird? Vor welchen Fragen werden junge Menschen dann stehen? Entstanden sind zahlreiche Steckbriefe interessanter fiktiver Persönlichkeiten. Die Frage nach Stärken und Fähigkeiten, die den Charakteren beim Meistern ihrer täglichen Herausforderungen helfen, stand im Zentrum der insgesamt 14 Workshops, an denen das Kollegium bundesweit teilgenommen hat. In einem nächsten Schritt haben die Bildungsexpertinnen und Experten der Stiftung diese zahlreichen Steckbriefe zusammengefasst, die Ergebnisse kondensiert und mit dem heutigen Stand der Zukunftsforschung abgeglichen.

Als Ergebnis liegen der Stiftung nun sieben Personas, also fiktive aber typische Persönlichkeiten, vor. Diese sind ganz unterschiedlich. Da ist zum Beispiel Juri, der in einer studentischen Plattenbausiedlung im inzwischen zur Metropole gewachsenen Dresden wohnt. Er engagiert sich in einer Kiezinitiative, lebt kommunale Beteiligung und kämpft gegen Fake-News im Internet. Vor einer schwierigen Herausforderung steht Gamerin Luca-Rasputina. Sie ist im eSport an der Weltspitze angekommen und kann sich nur noch mit Hilfe von Gen-Doping verbessern. Sollte sie sich der wenig erforschten und illegalen Prozedur unterziehen? Soziale Themen wie der Pflegenotstand sind auch bei den fiktiven Personas wichtig. Der Ernährungsexperte Mo muss sich entscheiden, ob er seine Eltern unterstützt, sodass diese nicht in ein Pflegeheim müssen. Dafür müsste er allerdings Punkte von seinem eigenen Klima-Konto opfern, welches in diesem Zukunftsszenario darüber entscheidet, ob er ein Flugzeug besteigen oder ein Haus bauen darf. Seine Altersgenossin Johanna-Marie hingegen hat kurzerhand ein Startup für Austausch in der Pflegebranche gegründet. Sie möchte damit die Menschlichkeit in diesem Beruf erhalten, der zum Teil schon von Robotern ausgeführt wird.

Welche Bildung braucht die Zukunft?

So unterhaltsam und zum Teil fantastisch sich die Steckbriefe auch lesen – die beschriebenen Herausforderungen könnten für junge Menschen in der Zukunft durchaus Wirklichkeit werden. Deshalb stehen Erwachsene heute schon vor der Aufgabe, Bildungsangebote so zu denken und bereitzustellen, dass sie auf diese Zukunftsszenarien vorbereiten. Wie können Kinder die Stärken und Fähigkeiten erwerben, die sie in Zukunft zu kompetenten jungen Erwachsenen machen? Diese Frage soll im nächsten Schritt der 25next-Initiative beantwortet werden. Bis Januar 2019 lädt die Stiftung dafür Bildungsmacherinnen und Bildungsmacher zu 9 regionalen Diskussionsformaten ein. Die entstandenen Persona-Steckbriefe werden dort als Inspiration für den Austausch über Bildung dienen.

Werden Sie Teil der Zukunftsinitiative!

Im Rahmen von 25next entsteht eine Zukunftsvision von Bildung, die die DKJS im Jubiläumsjahr 2019 präsentieren wird. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung ist dafür noch auf der Suche nach Partnern, um gemeinsam visionäre Bildungsprojekte umzusetzen. Unterstützen Sie die Zukunftsinitiative und gestalten Sie die Zukunft der Bildung in Deutschland mit. Mehr dazu unter www.25next.de.

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