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Demokratiebildung heute schafft die Chancen für morgen

05.12.2018

Demokratie im Alltag (er)leben, sie mitgestalten und erkennen, wie aktive Beteiligung auf lokale und globale Entwicklungen wirkt – das ist der Kern einer demokratischen und zukunftsfähigen Gesellschaft. Und gleichzeitig die Herausforderung für eine zeitgemäße Demokratiebildung.

Demokratie ist ein hohes Gut. Sie ist erkämpft, umkämpft, streitbar und anstrengend. Sie erlaubt Meinungsfreiheit und -vielfalt, fordert die Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger und braucht Haltung, Mut und Ausdauer. Und Demokratie ist mehr als eine Regierungsform. Deshalb ist und will zeitgemäße Demokratiebildung viel mehr als das Vermitteln von (fachlichem) Wissen über Demokratie. Der Begriff Demokratiebildung führt verschiedene pädagogische Ansätze der Demokratiepädagogik, politischen Bildung und Demokratiedidaktik zusammen, mit dem Ziel, dass Kinder und Jugendliche sich als mündige, mitbestimmende Bürgerinnen und Bürger – zunächst auch ohne Wahlrecht – an der Gestaltung ihrer Umwelt beteiligen können. Demokratie täglich zu erleben, selbst (mit) zu gestalten und dabei praktisch zu erlernen, soll den Grundstein legen, um Demokratie als Lebensform und Gesellschaftsform zu verstehen und sich dafür zu engagieren – zukünftig auch für die Regierungsform.

Wo und wie lernt man eigentlich Demokratie?

Wir lernen Demokratie am besten, indem wir sie erleben. Für Kinder und Jugendliche heißt das, dass andere ihnen Demokratie auch vorleben müssen. Und dies geschieht vor allem dort, wo Kinder, Jugendliche und ihre erwachsenen Begleitungen sich begegnen: in der Schule, in der Familie und im angrenzenden Sozialraum. Diese Schnittstellen haben ein besonderes Potential, denn hier können fachliche und praktische Expertisen miteinander verzahnt werden. Deshalb fördert und unterstützt das Projekt OPENION – Bildung für eine starke Demokratie lokale Kooperationen von Schulen und außerschulischen Partnern, die darauf ausgerichtet sind, Demokratie für Kinder und Jugendliche im Alltag erfahrbar zu machen, den Austausch miteinander und mit anderen zu stärken sowie neue, zeitgemäße Themen und Formate auszuprobieren. Gerade außerschulische Partner haben die Möglichkeit, sich an den (veränderten) Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu orientieren, sodass Demokratiebildung hier thematisch und methodisch anschlussfähig bleibt.

Demokratie im Wandel

Nicht nur die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen verändern sich. Unser gesellschaftliches Zusammenleben ist durch immer neue Entwicklungen und Phänomene geprägt, die wir im Rahmen einer zeitgemäßen Demokratiebildung erkennen und einbinden müssen. OPENION – Bildung für eine starke Demokratie nimmt daher Themen in den Blick, die sich jetzt und in Zukunft auf unser Zusammenleben auswirken, wie beispielsweise Digitalisierung, Diversität oder (Rechts-)Populismus.. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie brauchen, um mit den jeweiligen Herausforderungen adäquat umgehen zu können.

Die Digitalisierung ist dabei für alle Beteiligten ein deutlich spürbares Phänomen. Der Umgang mit digitalen Medien gehört zum Alltag und wirkt sich in vielfältiger Weise auf unsere Gesellschaft aus. OPENION geht der Frage nach, inwiefern digitale Entwicklungen sich auf unser demokratisches Zusammenleben auswirken und welche Herausforderungen und Chancen sich hierbei zeigen: Welchen Einfluss nehmen „Fake News“, Hassreden im Netz und die Reproduktion der „eigenen Wahrheiten“ auf Meinungsbildungsprozesse? Welche Potentiale birgt eine zeitgemäße Demokratiebildung für die Entwicklung kritischer Medienkompetenz und welche Chancen der Beteiligung und des Dialogs entstehen?

DKJS/ Julian Schulz

Bildung für morgen gemeinsam gestalten

Zum diesjährigen Tag der Bildung macht die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung auf die aktuellen und zukunftsweisenden Themen im Bildungsbereich aufmerksam: Die fortschreitende Digitalisierung und die Notwendigkeit der Förderung demokratischer Handlungskompetenz. Warum werden diese Themen häufig getrennt voneinander betrachtet, obwohl sich die Anforderungen in der Praxis ähneln? Und welche Lösungen kann es geben? Die Projekte OPENION – Bildung für eine starke Demokratie, bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden sowie Technovation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung setzen sich mit diesen Fragestellungen intensiv auseinander und entwickeln und erproben neue Ansätze in der Praxis. Unter der Überschrift „Demokratiebildung und Digitalisierung: Bildung für morgen gemeinsam gestalten“ laden sie am Abend des 6. Dezembers 2018 nach Berlin ein. Wir freuen uns, dass wir mit einem Einblick in die jüngst erschienene Studie „Euphorie war gestern – die „Generation Internet“ zwischen Glück und Abhängigkeit“ des DIVSI den Abend beginnen. In einer spannenden Gesprächsrunde unter anderem mit dem derzeitigen Präsidenten der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter möchten wir miteinander ins Gespräch kommen und der Frage nachgehen, was nötige Handlungsschritte in Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung sowie die erforderliche Vermittlung demokratischer Handlungskompetenz sind.

Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie unter https://eveeno.com/Demokratiebildung-und-Digitalisierung

DKJS/ Julian Schulz

Und wie gelingt Demokratiebildung nun?

Bundesweit erproben über 200 Projektverbünde, bestehend aus Schulen und außerschulischen Partnern, zeitgemäße Ansätze der Demokratiebildung. Unterstützt werden sie dabei von OPENION – Bildung für eine starke Demokratie, einem Projekt der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben!. Thematisch, methodisch und in enger multiprofessioneller Zusammenarbeit gehen die Projektverbünde neue Wege, um Demokratie für Kinder und Jugendliche im Alltag erfahrbar zu machen. Aber wie gelingt ihnen das? Welche Voraussetzungen braucht es, damit Schulen und außerschulische Partner gemeinsam Demokratiebildungsansätze im Sinne der Kinder und Jugendlichen umsetzen können? Wie können diese Kooperationen so gestaltet werden, dass ihr Potential ausgeschöpft wird? Und welche strukturelle Unterstützung brauchen erwachsene Begleitpersonen im (Schul-)Alltag, um im Spannungsfeld zwischen aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Vorgaben wie dem Beutelsbacher Konsens sicher agieren zu können? Diese Fragen sollen am 07.12.2018 in Berlin diskutiert und beantwortet werden. Orientiert an den Schwerpunkten „Kooperation gestalten“, „Demokratiebildung befördern“ und „Begleitende Erwachsene unterstützen“ werden an diesem Tag Erfahrungen ausgetauscht und Einblicke in gute Beispiele aus der Praxis, sowie fachliche Impulse der Wirkansätze von OPENION gegeben.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter https://eveeno.com/Demokratiebildung-fuer-morgen

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